Ortsverband Kaltenkirchen

Pressemitteilung Bahnhofsvorplatz
Kaltenkirchen, den 25.9.2006

Das Ja der CDU zu der vom Investor vorgesehenen Bebauung des Bahnhofvorplatzes hat uns überrascht. Hatten doch führende CDU-Politiker im Vorfeld ihre kritischen Einstellung deutlich werden lassen. Karl-Heinz Richter in der Segeberger Zeitung v. 1.9.2006 wörtlich: "Die Pläne sind derzeit nicht akzeptabel." In der Bauausschuss-Sitzung am 7. September ist an den Plänen grundsätzlich nichts geändert worden. Dennoch hat die CDU "mit Bauchschmerzen" geschlossen zugestimmt.
Auch SPD-Vertreter Bernd Schädler befand kurz vorher noch, die Planungen seien für die grüne Wiese, nicht für eine Innenstadt. Er und seine Fraktion haben dennoch zugestimmt.
Ohne Bauchschmerzen, dafür mit kühlem Kopf und heimatlichem Herzen haben wir die vorliegende Planung abgelehnt. Sie entspricht nicht den Anforderungen einer sinnvollen Stadtplanung, wie sie im ursprünglichen Rahmenplan vorgesehen war. Durch viele Änderungen im Großen, die der Investor gewünscht hatte, ist ein städtebaulicher Flickenteppich entstanden, der besonders durch den Block an der Bahnhofstraße eine krasse Schieflage erhält.
Hier soll Penny einziehen.
Michael Schneede, FDP-Mitglied im Bauausschuss:Wir haben die Planungen durch die Jahre konstruktiv positiv begleitet und manche Kröte geschluckt. Aber das, was jetzt als Endplanung herausgekommen ist, kann nicht mehr mitgetragen werden."
Zur Erinnerung: Es gab einen Grundsatzbeschluss, der von allen Fraktion mitgetragen worden ist. Er hieß: Bei der Nutzung der Flächen soll eine Drittel-Lösung Grundlage sein: ein Drittel für Wohnen, ein Drittel für Dienstleistungen, ein Drittel für Einzelhandel.
Und was ist heute das Ergebnis?
Weit über 50% ist für den Einzelhandel vorgesehen.
Gerade das wollten wir verhindern, um ein ausgewogenes Angebot in der gesamten Innenstadt einschließlich Bahnhofsvorplatz zu gewährleisten.
Sehr gut ist die Hereinnahme des Betreuten Wohnens im Riegel an der Sparkasse und dem Parkdeck.
Das wäre unsere FDP-Alternative gewesen:
Fangen wir mit diesem Teilstück an und lassen uns in Ruhe die übrigen Teilstücke entwickeln.
Das jedoch wäre nur möglich gewesen bei der Ablehnung der Investorenpläne.
Diese Alternative hätte für die Stadt finanzielle Folgen haben können (nicht müssen).
Die Stadt hätte möglicherweise das gesamte Grundstück für ca. 4,5,Millionen Euro erwerben müssen. Die jährlichen Belastungen lägen dann zwischen 18o.000 und 200.000 Euro . Aber das auch nur zum Teil, da ein Teilstück (Betreutes Wohnen) gleich hätte veräußert werden können.
Im übrigen verweisen wir darauf , dass es zwischen der AKN und der Stadt Gespräche über Finanzierungsmodalitäten gegeben hätte.
Wir bleiben dabei:
Als Stadtvertreter sind wir die Anwälte der Bürger dieser Stadt, die abzuwägen haben zwischen städtebaulicher Verantwortung und Investoreninteressen. Wir waren auf dem Wege zueinander. Aber wenn am Schluss nur noch Investoreninteressen den Ausschlag geben, sagen wir: Nein!
Im übrigen kann es uns Stadtvertretern nicht gleichgültig sein, dass mit Penny und Sky lediglich eine Verlagerung von der Innenstadt zum Bahnhofsvorplatz vorgenommen wird. Weitere Verlegungen von Praxen und Fachgeschäften sind zu erwarten.
Unsere historisch gewachsene Innenstadt muss Kernbereich bleiben. Der Bahnhofsvorplatz sollte eine moderne Ergänzung werden, aber kein Innenstadt-Ersatz.


Druckversion Druckversion 
Suche

TERMINE

19.12.2017Stadtvertretersitzung (u.a. Beschluss üb...» Übersicht

Kaltenkirchen ist Fairtrade Stadt


Positionen