Ortsverband Kaltenkirchen

Endgültiger Beschluss der Stadtvertretung zur Bebauung des Bahnhofvorplatzes am 25. September 2007
kaltenkirchen, den 25.9.2007

Rede des Fraktionsvorsitzenden Eberhard Bohn


Mit der heutigen Entscheidung schreiben wir Stadtgeschichte.
Deshalb wollen wir durch unseren Antrag, namentlich abstimmen zu lassen, für die Chronik unserer Stadt festhalten, wer für und wer gegen die vorgelegte Planung gestimmt hat.
Wir von der FDP haben vor über einem Jahr die “Notbremse” gezogen, um zu verhindern, was heute offenbar beschlossen wird.
Es wird beschlossen, dass ein Kernstück unserer Stadt zu einer Ansammlung wird von Verbrauchs- und Drogeriemarkt, 3 Discountern sowie weiteren kleineren Geschäften. Hinzu kommen die dafür benötigten Stellpätze in Parkdecks und Parkplätzen für knapp 4oo Autos. Die Nutzung des Bahnhofvorplatzes ist vorrangig für Handel und Parkplätze vorgesehen.
Wir holen uns in ein zentrales Stadtgebiet die Autos und nicht die Menschen.
Und genau umgekehrt wäre es aus unserer Sicht richtig gewesen: Leben und Treiben in einem attraktiven Stück Kaltenkirchen:
Mehrgenerationenquartiere mit betreutem Wohnen und Pflegebereich
Appartements für junge Menschen
Familienwohnungen, ergänzt durch Freiflächen Grün/Bäume und Wasser
Kleingewerbe
Gastronomie
Büroflächen mit Besucherfrequenz
Berater- und Arztpraxen
und und und
Mit dieser Nutzung hätten wir Kaltenkirchen zukunftsweisend entwickelt.
Die Diskussion in Fachkreisen für Städtebau geht in diese Richtung:
Vitalisierung der Innenstädte.
Diese Chance für Kaltenkirchen wird im wahrsten Sinne des Wortes “verbaut”.
Wir hätten vor einem Jahr alle noch den Mut gehabt
haben sollen die jetzige Planung aufzugeben und neu anzufangen.
Ich erinnere daran, dass es rechtlich möglich ist (nach Auskunft aus unserem Rathaus) eine Planung jederzeit abzubrechen und neu anzufangen
Also auch heute noch!
Für einen kurzen Moment sah es so aus, als ob die beiden anderen Fraktionen zu einem Neuanfang bereit gewesen wären.
Vor der Sondersitzung am 7. September 2006 hatte SV Karl-Heinz Richter in der Presse verlauten lassen, dass “ die Pläne noch erheblich nachgebessert werden müssen. Derzeit sind sie nicht akzeptabel.”
Und Bernd Schädler von der SPD sprach von Planungen für die grüne Wiese und nicht für eine Innenstadt.
Das ließ uns hoffen. Die Enttäuschung folgte ,als beide und ihre Fraktionen eine Woche später -obwohl sich nichts an der Planung geändert hatte - zugestimmt haben.
Unsere Enttäuschung war groß.
So blieben wir die einzigen ,die am 7.9.2006 NEIN gesagt haben und bis heute dabei geblieben sind.
Der Vorwurf der anderen, wir hätten bis dahin die Planung mitgetragen, trifft nur halb .
Es stimmt, wir hätten möglicherweise noch früher NEIN sagen sollen. Aber -auch das haben wir allen Stadtvertretern in einem Brief öffentlich eingestanden, dass uns erst zu diesem Zeitpunkt das ganze Ausmaß der Planung bewusst geworden ist. Es gab zwei Möglichkeiten: Augen zu und durch oder eingestehen, dass man etwas übersehen hatte.
Da es uns nicht um persönliche Befindlichkeiten ging, sondern existentiell um die Zukunft der Stadt, haben wir entschieden , die Reissleine zu ziehen..
Das haben wir getan, weil wir unsere Verantwortung für die Zukunft der Stadt darin sehen, dass sich die Bürger bei uns wohlfühlen und nicht allein die Investoren.
Ein Wort noch zu unseren Bürgern.
In einer beispiellosen Aktion haben sich spontan alteingesessene Kaltenkirchener , Fachleute, die etwas von Architektur und Stadtplanung verstehen, zu einem “Kleinen Kreis” zusammengefunden, um die bisher vorgesehene Bebauung des Bahnhofplatzes zu verhindern und zu einem Neuanfang aufzurufen.
Eine Unterschriftensammlung wurde organisiert und 2161 Bürgerinnen und Bürger haben sich gegen die geplante Bahnhofsbebauung ausgesprochen.
Ich sehe darin einen klaren Auftrag an die Stadtvertreter, diesen Bürgerwillen ernstzunehmen .
Und der heißt: Stimmen Sie heute mit NEIN zum Satzungsbeschluss!!


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