Ortsverband Kaltenkirchen

FDP für echten Ökostrom - 100% und keine Mogelpackung

2012 hat die FDP beantragt, dass die Stadt echten Ökostrom aus regenerativen Energieproduktionen bezieht. Dieser Antrag ist damals abgelehnt worden.
Im Dezember 2017 haben Pro Kaki, FDP und Teile der SPD empfohlen, dass die Stadt bei ihrem Strombezug nur Ökostrom berücksichtigt, der zu 100% aus regenerativen Energien wie Wind, Wasser und Sonne besteht.
Jetzt hat in der Stadtvertretung im Januar 2018 ausgerechnet Pro Kaki, die sich als besonders umweltfreundlich darstellt, den Antrag, 100% Ökostrom zu beziehen, durch einen Zusatzantrag verwässert. Pro Kaki stimmte für „zertifizierten Ökostrom“.


Die Erträge, die aus dem zertifizierten Ökostromhandel oft sogar größer ausfallen als aus dem Kohlestromhandel, werden von den konventionellen Unternehmen in die eigenen fossilen und atomaren Anlagen zurückinvestiert. Damit ist der zertifizierte „Ökostromkunde“ mit dafür verantwortlich, dass der Kohlestrom das Netz blockiert und schon vorhandene regenerative Energie nicht eingespeist werden kann.
Pro Kaki verkauft wider besseres Wissen den Beschluss als „ökologische Glanzleistung“
Das heißt im Klartext: „Der tatsächliche Strom des Energieversorgers kommt überwiegend nach wie vor aus Atom-, Kohle-oder Gaskraftwerken und nur zu einem geringen Teil aus erneuerbaren Energiequellen.“
Dazu FDP-Fraktionsvorsitzender Eberhard Bohn:
„Diese Mogelpackung darf auch unter dem Begriff „Ökostrom“ vermarktet werden.
Wir sind schwer enttäuscht, dass Pro Kaki diese Kehrtwendung vorgenommen hat.
Dass die CDU mit ihren Stimmen die Mehrheit beschafft hat, wundert nicht, weil sie schon im Dezember eine 100% Ökostromversorgung abgelehnt hatte.
Sie weist zutreffend in ihrer homepage darauf hin, dass der Begriff „Ökostrom“ nicht geschützt ist. Und weiter: „So können Stromanbieter durch den Zukauf von Zertifikaten die Möglichkeit erwerben, ihren Strom als Ökostrom zu vermarkten.“

Wenn sich der Bezug von Strom positiv auf den Energiemix auswirken soll, dann muss man diesen direkt von Anbietern mit eigenen neuen regenerativen Anlagen kaufen. Diese Anbieter dürfen allerdings nicht die volle Leistung ihrer Anlagen einspeisen, da der Kohlestrom Vorrang hat. Daher müssen diese Anbieter ihre Kosten durch einen spürbar teureren Tarif wieder refinanzieren. Und wer keine überschüssigen Kilowattstunden einspeisen kann, kommt auch gar nicht in die Situation, zertifizierten Strom anbieten zu können.
Der zertifizierte „Ökostrom“ stammt aus europaweit verteilten Altanlagen, z.B. Wasserkraft aus Skandinavien. Diese Anlagen haben schon seit Jahrzehnten eingespeist und werden dies auch noch über Jahrzehnte tun. Sie sind also schon immer marginaler Teil des kohle- und atomlastigen Energiemixes gewesen. Wer diesen zertifizierten Strom kauft, verändert mit seinen Zahlungen also in keiner Weise den Energiemix. Im Gegenteil: Die Erträge, die aus einem zertifizierten Ökostromhandel oft sogar größer ausfallen als aus dem Kohlestromhandel, werden von den konventionellen Unternehmen in die eigenen fossilen und atomaren Anlagen zurück investiert. Dadurch ist der zertifizierte „Ökostromkunde“ mit dafür verantwortlich, dass der Kohlestrom das Netz blockiert und schon vorhandene regenerative Energie nicht eingespeist werden kann.
Wenn es also Pro Kaki nicht um Klimaschutz geht, sondern sogar durch den zertifizierten „Ökostrom“ die Einspeisung durch neue Anlagen behindern will, dann muss es um etwas anderes gehen. Und die CDU-Fraktion war so ehrlich, zuzugeben, dass es nur darum geht, einerseits den Titel „Ökostrom“ zu bekommen, damit man auch in den Genuss von Fördergeldern für PKW-Ladestationen kommt und andererseits dafür zu sorgen, dass sich die eigenen städtischen Stadtwerke trotz dieses Titels an der Ausschreibung des städtischen Strombezuges beteiligen können. Diese Position kann man teilen oder nicht. Zumindest ist diese Darstellung ehrlich, während Pro Kaki wider besseres Wissen den von ihm herbeigeführten Beschluss als „ökologische Glanzleistung“ verkauft.

Kaltenkirchen, den 08.02.2018


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